E3 Precision · Materialdatenblatt

Virgin-PTFE — Kennwerte & Verarbeitung

Kennwerte des Halbzeugs, aus dem wir stanzen: reines, ungefülltes Polytetrafluorethylen (PTFE, bekannt unter dem Markennamen Teflon®). Darunter unsere eigenen Fertigungsdaten und eine ehrliche Einordnung, wo der Werkstoff an seine Grenzen kommt.

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Kennwerte

Werte des Materialherstellers, jeweils mit dem zugehörigen Prüfverfahren.

EigenschaftWertPrüfverfahren
Reißfestigkeitmin. 25,5 MPaASTM D4894
Reißdehnungmin. 250 %ASTM D4894
Feuchtegehaltmax. 0,04 %ASTM D4894
Spezifische Dichte2,13 – 2,19 g/cm³ASTM D4894
Shore-Härte D55 – 65EN ISO 868
Kugeldruckhärte H132/3026 – 35 N/mm²ISO 2039-1
Biegemodul460 N/mm²bei 20 °C
Betriebstemperatur−200 bis +260 °CDauereinsatz
Werkstoff100 % virginales PTFEungefüllt

Kennwerte gemäß Herstellerangabe unseres Materiallieferanten. Das Halbzeug wird aus 100 % reinem, virginalem PTFE-Pulver hergestellt — ohne Glasfaser-, Kohle- oder Bronzefüllung. Das Original-Datenblatt des Herstellers senden wir auf Anfrage zu. Diese Seite ist kein Prüfzeugnis und keine eigene Messung.

Was die Werte in der Praxis bedeuten

Übersetzung der Zahlen in das, was an der Schraube tatsächlich passiert.

Shore D 55–65 — weich genug zum Dichten
PTFE ist deutlich weicher als Metall und gibt unter Anzugsmoment nach. Die Scheibe legt sich in Riefen und Drehrillen der Auflagefläche und dichtet dadurch schon bei moderatem Drehmoment. Das ist der Grund, warum eine PTFE-Scheibe an Wasseranschlüssen oft ohne Hanf oder Dichtband auskommt.
Reißdehnung min. 250 % — reißt beim Montieren nicht ein
Die Scheibe lässt sich über ein Gewinde schieben, leicht aufbiegen und wieder einlegen, ohne dass der Innenrand aufplatzt. Praktisch relevant bei dünnen Stärken mit kleinem Innendurchmesser, wo Kunststoffscheiben aus PE oder POM gern einreißen.
Biegemodul 460 N/mm² — formstabil, aber nicht steif
Ab 0,75 mm liegt die Scheibe von sich aus flach. Bei 0,25 und 0,30 mm ist sie biegsam wie Papier — das ist gewollt, denn genau diese Stärken werden zum Toleranzausgleich zwischen zwei Metallflächen eingelegt, wo sie sich anpassen sollen.
Feuchtegehalt max. 0,04 % — quillt nicht
PTFE nimmt praktisch kein Wasser auf. Maße und Vorspannung bleiben auch in Dauerfeuchte stabil. Kein Nachziehen wegen Quellung, kein Schimmelnährboden, keine Alterung durch Nässe.
−200 bis +260 °C — echter Dauerbereich
Die Spanne ist keine Kurzzeit-Spitze, sondern der Bereich für Dauerbelastung. Deshalb funktioniert PTFE dort, wo Gummi und Silikon aussteigen: Kamin- und Ofentürdichtungen, Heißwasserarmaturen, Kryotechnik.
Temperaturgrenze ernst nehmen

Oberhalb von etwa 260 °C beginnt PTFE sich zu zersetzen, die dabei entstehenden Gase sind gesundheitsschädlich. Niemals in direkter Flamme, auf glühenden Flächen oder als Dichtung in Brennräumen einsetzen. An Ofen- und Kamintüren gehört PTFE an die Türdichtung und an Scharniere — nicht in den Feuerraum.

Fertigung bei E3 Precision

Diese Angaben sind unsere eigenen und gelten für jede bei uns bestellte Scheibe.

Verfahren: gestanzt (nicht gefräst, nicht lasergeschnitten) — keine Wärmeeinbringung, keine Schnittkantenverfärbung, kein Materialabtrag
Maßtoleranz: ±0,05 mm auf Innen- und Außendurchmesser
Stärken: 0,25 · 0,30 · 0,50 · 0,75 · 1,00 · 1,50 mm
Innendurchmesser: 2 mm · 3 bis 10 mm in 0,5-mm-Schritten · 10 bis 50 mm in 2-mm-Schritten
Außendurchmesser: 12 bis 60 mm in 2-mm-Schritten — oder Vollscheibe ohne Bohrung
Mindestwandstärke: 2 mm zwischen Innen- und Außenrand
Losgröße: ab 1 Stück, keine Mindestabnahme

Hinweis zur Materialstärke

Die Stärkenangabe ist die Nennstärke des Halbzeugs. Wie bei PTFE-Halbzeug üblich kann die tatsächliche Dicke einer Charge oberhalb des Nennmaßes liegen. Für die meisten Anwendungen ist das ohne Bedeutung.

Wenn Ihre Passung von der Stärke abhängt — etwa ein definierter Spalt oder ein exaktes Axialspiel — schreiben Sie es bitte in die Bestellung. Dann messen wir die Charge vor dem Stanzen nach und nennen Ihnen das Istmaß.

Chemische Beständigkeit

PTFE ist gegenüber nahezu allen technisch gebräuchlichen Medien beständig: Säuren und Laugen in jeder Konzentration, Lösungsmittel, Öle, Fette, Kraftstoffe, Kühlmittel, Wasserstoffperoxid. Es verspröden nicht, es verharzt nicht und es wird von UV-Licht und Ozon nicht angegriffen.

Die bekannten Ausnahmen sind eng begrenzt und in normaler Technik kaum anzutreffen: elementares Fluor, Chlortrifluorid und geschmolzene Alkalimetalle (Natrium, Kalium). Bei diesen Medien ist PTFE nicht geeignet.

Kleben ist ohne Vorbehandlung praktisch nicht möglich — die Oberflächenenergie ist zu niedrig. Wer PTFE fixieren muss, klemmt oder verschraubt es, oder verwendet vorbehandeltes Material.

Grenzen des Werkstoffs

Wo PTFE nicht die richtige Wahl ist. Lieber vorher wissen als nachher tauschen.

Lebensmittel- und Medizinkontakt

Diese Seite trifft dazu keine Zusage. Reines Virgin-PTFE wird für solche Anwendungen üblicherweise eingesetzt, aber eine Eignung entsteht erst durch eine schriftliche Konformitätserklärung nach VO (EG) 1935/2004 und VO (EU) 10/2011 für die jeweilige Charge.

Wenn Ihre Anwendung Lebensmittel-, Trinkwasser- oder Medizinkontakt hat: fragen Sie uns vorher. Wir fordern die Erklärung für die gelieferte Charge beim Materialhersteller an und leiten sie weiter — oder sagen Ihnen ehrlich, dass wir sie für diese Charge nicht bekommen.

Nachweise für Ihre Dokumentation

Für Prüfstellen, Behörden, QS-Abteilungen und Buchhaltung stellen wir auf Anfrage bereit:

Eine kurze Mail an info@e3-precision.de genügt, in der Regel am selben Tag beantwortet.

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